Tessa & Mara · Unterwegs
Eine Haltestelle
weiter.
Ich wollte aussteigen. Dann kam dieses Fenster dazwischen.
Eine fiktive Geschichte mit einem KI-generierten Bild. Die Szene beschreibt kein tatsächliches Erlebnis; Mara tritt als Erzählfigur auf.

„Hier“, sagt Mara.
Ich sehe sie an.
„Unsere Haltestelle.“
Die Türen schließen sich mit einem leisen Ton. Draußen rückt der Bahnsteig zur Seite, dann eine gelbe Baumkrone, dann ein Haus mit grünen Fensterläden.
„War unsere Haltestelle“, sage ich.
Mara lässt die Hand sinken, mit der sie eben noch auf die Tür gezeigt hat. „Du hast genickt.“
„Ich habe dir zugehört.“
„Offenbar sehr gründlich.“
Ich streiche eine Falte aus dem grauen Rock und sehe wieder hinaus. Zwischen zwei Häusern taucht ein Schaufenster auf. Kleine Lampen, ein Stapel Bücher und ein handgeschriebenes Schild.
„Da war ein Buchladen.“
„Da war auch eine Haltestelle.“
Rückweg
mit Auslage.
An der nächsten Station stehe ich rechtzeitig auf. Mara hält demonstrativ den Türknopf gedrückt.
„Sehr aufmerksam.“
„Ich möchte den Stadtteil heute noch verlassen.“
Wir gehen an den Gleisen zurück. Mein Pullover wärmt bis unter das Kinn, und auf dem Gehweg liegen die Blätter, die eben noch am Fenster vorbeigezogen sind.
Der Buchladen ist kleiner, als er aus der Bahn aussah. In der Auslage steht ein Kochbuch aufgeschlagen, daneben liegt ein schmaler Band mit einem blauen Rücken.
Ich beuge mich vor, um den Titel zu lesen.
Mara bleibt neben mir stehen. „Das ist kein Roman.“
„Woher weißt du das?“
„Da steht Fahrplan.“
Ich sehe genauer hin. Tatsächlich: historische Straßenbahnlinien, sorgfältig gezeichnet.
„Passt doch zum Tag.“
Drinnen hebt eine Frau den Blick von ihrem Buch. Ich zeige auf den blauen Band. Sie nickt und kommt zur Tür.
„Den kann ich Ihnen zeigen.“
Mara sieht mich an. Ich sehe Mara an.
„Nur kurz“, sage ich.
„Wir nehmen die nächste Bahn.“
Diesmal meint sie es als Vorschlag.
Eine Geschichte zum Weitergeben