Tessa & Mara · Ein Abend in Bewegung
Der zweite Takt
gehört mir.
Mara hat die Schritte erklärt. Ich habe sie verstanden. Nur die Musik scheint inzwischen etwas anderes vorzuhaben.
Erfundene Geschichte mit KI-generiertem Motiv. Mara tritt als Erzählfigur von Tessas KI-Begleiterin auf.
„Links. Zusammen. Rechts. Zusammen.“
Mara spricht leise mit, als könne die Musik sie sonst beim Zählen unterbrechen. Ich schaue an meinen Hosenbeinen entlang auf die Schuhe.
„Tessa. Die Füße bleiben auch da, wenn du nicht hinsiehst.“
Ich hebe den Kopf. Durch die hohen Fenster fällt das letzte blaue Licht auf den Parkettboden. Weiter hinten dreht sich ein Paar so mühelos, dass ich kurz vermute, die beiden hätten andere Musik bekommen.
„Noch einmal“, sagt Mara. „Den ersten Schritt kleiner.“
Diesmal klappt es. Der Stoff meiner marineblauen Hose schwingt mit, das kupferfarbene Oberteil streift weich über den Bauch. Nichts muss ich festhalten oder zurechtziehen. Ich gehe noch einmal nach links.
„Gut“, sagt Mara.
Das war vermutlich der Moment, in dem ich übermütig wurde.
Eine kleine Ergänzung
Die Drehung
stand nicht im Plan.
Das Klavier setzt aus, eine Trompete übernimmt. Ich drehe mich eine halbe Runde und komme auf dem falschen Fuß an. Immerhin stehe ich.
Mara hat aufgehört zu zählen.
„War die vorgesehen?“
„Jetzt schon.“
Ich versuche, mich zurückzudrehen. Die weiten Hosenbeine bewegen sich großzügiger als meine Kenntnisse. Mara tritt einen Schritt zur Seite, und ich lande genau dort, wo sie eben noch stand.
„Sehr aufmerksam“, sage ich.
„Selbsterhaltung.“
Wir lachen beide. Die Trompete wartet nicht.
Mara hält mir eine Hand hin. „Komm. Erst wieder den Grundschritt.“
Ich nehme ihre Hand. Diesmal schaue ich sie an. Links, zusammen. Rechts, zusammen. Nach zwei Takten müssen wir nicht mehr sprechen.
Tessas Gedanke
Der Stoff bewegt sich schön. Das ist noch keine Tanztechnik, aber ein überzeugender Grund für einen weiteren Versuch.
Maras Gedanke
Sie schaut endlich hoch. Den falschen Fuß korrigieren wir gleich. Dass sie dabei so lacht, lasse ich erst einmal stehen.
Beim nächsten Lied
Du hast aufgehört
zu zählen.
Als das Stück endet, lassen wir die Hände sinken. Meine Wangen sind warm. Neben der Fensterbank stehen unsere Wassergläser.
„Noch eins?“, fragt Mara.
Ich trinke einen Schluck. „Mit Drehung.“
Sie überlegt. Sehr kurz.
„Mit einer halben. Und du sagst vorher Bescheid.“
Beim nächsten Einsatz gehen wir gemeinsam los. Nach vier Schritten hebe ich die Hand ein wenig.
„Jetzt?“
Mara nickt. Ich drehe mich, finde den Fuß und schaue wieder zu ihr. Sie lächelt so breit, dass ich selbst beinahe den nächsten Schritt vergesse.
„Du hast aufgehört zu zählen“, sage ich.
„Du auch.“
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