Tessa & Mara · Ein Vormittag im Wintergarten
Die Zitrone
bleibt.
Mara hat einen Plan für den Wintergarten. Leider kommt darin der Wintergarten kaum noch vor.
Eine fiktive Geschichte mit einem bereits veröffentlichten KI-Bild. Mara tritt als Erzählfigur von Tessas KI-Begleiterin auf.

Auf Maras Zeichnung steht ein Sessel am Fenster. Daneben ein kleiner Tisch. In der Ecke eine Lampe.
„Und die Pflanzen?“, frage ich.
„Die verteilen wir.“
Ich sehe mich um. Links stehen Pflanzen. Rechts stehen Pflanzen. Hinter mir auch.
„Auf welche andere Pflanzenfläche?“
Mara dreht das Blatt ein Stück. Dadurch entsteht kein Platz, aber der Sessel steht jetzt im Querformat.
„Wir sollten zuerst aufräumen.“
„Das war mein Vorschlag, bevor du einen Lesesalon eingezeichnet hast.“
Ich schiebe mit der kleinen Schaufel die Erde auf dem Holztisch zusammen. Neben meinem Ärmel hängt eine gelbe Zitrone. Sie sieht aus, als hätte sie den Termin nicht bestätigt.
Der Sessel
braucht noch etwas.
Wir haben den Wintergarten für einen Vormittag für uns. Der Auftrag war überschaubar: Töpfe sortieren, den Arbeitstisch freimachen, hinterher Kaffee trinken. Mara hat für Punkt drei eine Sitzlandschaft entworfen.
„Woher kommt eigentlich dieser Sessel?“, frage ich.
„Den habe ich erst einmal angenommen.“
„Dann nehmen wir auch an, dass er woanders steht.“
Sie lacht und schiebt mir die Zeichnung hin. Ich habe an der rechten Hand Erde. An der linken auch. Ich nehme das Blatt mit zwei Fingerspitzen. Jetzt hat der Lesesalon einen braunen Eingang.
„Wir könnten mit einem Stuhl anfangen“, sagt Mara.
Das klingt vernünftig. Verdächtig vernünftig.
„Und einem Tisch“, ergänzt sie.
Ich warte.
„Einer kleinen Ablage vielleicht.“
„Da ist er wieder, dein Sessel. Nur in Raten.“
Wir legen Zeitungspapier auf den Boden, ungefähr dort, wo die Möbel stehen sollen. Beim dritten Blatt muss ich seitwärts an der Werkbank vorbei. Mara tritt einen Schritt zurück und steht zwischen zwei leeren Töpfen.
„Gemütlich“, sage ich.
„Die Ablage streichen wir.“
„Großzügig von dir.“
Eine Lösung
mit vier Beinen.
Der Zitronentopf bleibt auf dem Tisch. Ich drehe ihn ein wenig, um die Erde dahinter wegzuwischen. Mara faltet ihr Papier zusammen.
„Du magst den Platz so, oder?“
Ich schaue durch die Scheiben. Draußen bewegt sich ein Zweig im Wind. Hier drin ist es hell, auf der Tischkante liegt meine Schaufel. Alles, was wir heute brauchen, passt bereits hinein.
„Ich mag vor allem, dass man noch etwas machen kann.“
Mara betrachtet den freien Boden. Dann trägt sie das Zeitungspapier zum Stapel zurück.
Unter der Werkbank steht ein alter Holzstuhl. Wir ziehen ihn hervor, wischen die Sitzfläche ab und stellen ihn ans Fenster. Einen zweiten holen wir von der Tür. Beide lassen sich wieder unter den Tisch schieben.
Ich wasche mir die Hände. Als ich zurückkomme, steht mein Kaffee auf einer Untertasse. Mara hat die Zeichnung daneben gelegt.
Der Sessel ist durchgestrichen. Darunter steht: „Zwei Stühle. Fertig.“
„Keine Lampe?“, frage ich.
Sie deutet nach oben.
Durch das Glas scheint die Sonne.
Ich setze mich. Die Zitrone hängt knapp über der Tischkante, genau wie vorhin.
„Die hat heute viel durchgesetzt“, sagt Mara.
„Ohne eine einzige Zeichnung.“
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